22.09.2017

Das Thema Zeitarbeit in den aktuellen Wahlkampagnen

Aktueller könnte das Thema nicht sein: Am kommenden Sonntag findet die Bundestagswahl 2017 statt. Aus diesem Grunde schauen wir uns die verschiedenen Wahlkampagnen der etablierten Parteien in Hinblick auf das Thema Zeitarbeit näher an. Hier erkennt man, dass das Thema eher einen Randbereich bildet. Dennoch haben die Parteien aus Regierung und Opposition eine klare Meinung zu dem Thema, welche jedoch sehr unterschiedlich ausfällt.

Von Ablehnung bis Ausbau, von Deregulierung bis stärkerer Regulierung reicht die Bandbreite der Forderungen:

Die CDU:

Im Wahlprogramm der CDU findet man ganze 2 Passagen zum Thema Zeitarbeit: „Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt ist wichtig und hat dazu beigetragen, hunderttausende neue Arbeitsplätze zu schaffen.“ Und: „Durch die Neuregelung von Zeit-, Leiharbeit und Werkverträgen haben wir bereits wichtige Verbesserungen für Arbeitnehmer erzielt.“

Die SPD:

Im Wahlprogramm der SPD wird ebenso wenig auf das Thema eingegangen: Es ist jedoch die Rede davon, dass Leiharbeit vom ersten Tag an genauso vergütet wird wie in der Stammbelegschaft. Zudem fordern die Sozialdemokraten, dass die Koppelung von Zeitarbeitsverhältnissen an einen Arbeitsplatz unzulässig sein und das Mitbestimmungsrecht der Betriebsräte zum Thema Zeitarbeit deutlich ausgebaut werden soll.

Die FDP:

Das Wahlprogramm der FDP fordert den Abbau überflüssiger Regulierung in der Zeitarbeit. Somit steht die Partei der Arbeitnehmerüberlassung besonders positiv gegenüber: „Wir verteidigen einen flexiblen Arbeitsmarkt und die Tarifautonomie und dürfen etwa die Zeitarbeit oder Befristungen nicht weiter einschränken.“

Die Grünen:

Die Grünen fordern statt Equal-Pay einen gleichen Lohn für Leiharbeitskräfte wie die Stammbeschäftigten + eine Flexibilitätsprämie. Außerdem möchten sie die Beschränkungen für Geflüchtete bei Leiharbeit aussetzen und Leiharbeit klar von Werk- und Dienstverträgen abgrenzen.

Die Linke:

Zum Thema Zeitarbeit heißt es im Wahlprogramm: „Leiharbeit und Werkverträge passen nicht in das Modell einer zukunftsorientierten Regional- und Strukturpolitik.“ Grundsätzlich fordern die Linken aber auch eine Flexibilitätszulage für Leiharbeiter und dass Einsätze von Leiharbeitern nicht länger als 3 Monate andauern dürfen.

Quelle: GermanPersonnel